HAGEN

Germany

Das heutige Stadtgebiet von Hagen war bereits in ur- und frühgeschichtlicher Zeit besiedelt. Steinwerkzeuge, Keramikscherben und weitere archäologische Funde belegen den Aufenthalt von Menschen seit der Mittleren Altsteinzeit vor rund 40.000 Jahren. In der Jungsteinzeit entstanden erste Ansiedlungen. Aus der Bronze- und Eisenzeit liegen Siedlungs- und Grabfunde vor. Einige archäologische Funde zeigen auch eine Besiedlung in der Römischen Kaiserzeit auf.

Die Blätterhöhle ist der heute noch begehbare Überrest einer im westfälischen Hagen gelegenen und ursprünglich größeren Felshöhle. Sie befindet sich in einem sich zum Canyon verengenden Seitental der Lenne am “Weißenstein” in Hagen-Holthausen.

Die Geschichte des Hagener Raumes im Früh- und Hochmittelalter ist nicht genau nachvollziehbar. Mit der Eroberung der Hohensyburg im Norden von Hagen geriet diese Region in die durch Schriftquellen belegbare Geschichte.

Die von Heimatforschern tradierte Legende einer karolingischen “Urpfarre” in Hagen im 8. Jahrhundert erweist sich bei näherer Überprüfung als Spekulation. Wissenschaftlich abgesicherte Quellenbelege über Hagen sind erst seit dem frühen 13. Jahrhundert bekannt.

Die Gerichtsbarkeit über Hagen lag zu dieser Zeit in den Händen der Grafen von Volmarstein, deren Freistühle vor ihrer Burg, ferner in Herdecke und Haspe errichtet waren. Mit der Zerstörung der Burg Volmarstein im Jahre 1324 durch Engelbert III. ging Hagen in den Besitz der Grafen von der Mark über.

Die Hauptlinie dieses Geschlechts erlangte im Jahr 1398 Kleve und durch Heirat im Jahre 1521 noch Jülich und Berg.

Im Raum Hagen befinden sich mehrere Befestigungsanlagen aus dem Mittelalter. Neben der Wallburg auf der Hohensyburg ist die bei Ambrock vorhandene Wallanlage eine wahrscheinlich aus dem 10./11. Jahrhundert stammende Befestigung. Die Raffenburg bei Holthausen, die in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts als kurkölnischer Territorialstützpunkt errichtet und bereits 1288 zerstört wurde, und die vor 1242 erbaute Hohenlimburg als Stammsitz der Grafen von Isenberg-Limburg stellen imposante Zeugnisse dieser Epoche dar.

Nach dem Aussterben der Herzöge dieser Länder kamen die Gebiete, und dadurch auch Hagen, nach vorausgegangenem Erbfolgekrieg im Jahre 1666 endgültig an Brandenburg-Preußen.

1746 ordnet ein königliches Reskript für den “akzisebaren Flecken” Hagen einen ordentlichen Magistrat an. Mit diesem Verwaltungsakt wurde Hagen zur Stadt erhoben. Sie hatte damals 670 Einwohner. 1750 zeigte das älteste Siegel der bereits 1200 Einwohner zählenden Stadt das amtliche Wappen: Eichbaum mit drei Ästen und drei Hauptwurzeln

Aus dem Landstädtchen längs der Volmechaussee wird der weitbekannte Industrieort Hagen, der 1865 10.000, 1876, nach der Eingemeindung von Eilpe und Wehringhausen, über 25.000 Einwohner zählte.

Nicht ohne stolz kann sich Hagen rühmen, zahlreiche namhafte Persönlichkeiten hervorgebracht zu haben. Der Bogen spannt sich vom ehemaligen nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Fritz Steinhoff über Willy Weyer, den langjährigen Präsidenten des Deutschen Sportbundes, bis hin zu großen Politikern wie die ehemalige Auslandsbeauftragte der Bundesregierung und langjährige Bundestagsvizepräsidentin Liselotte Funcke. Auch Karl Halle, der im 19. Jahrhundert als Klaviervirtuose in Paris und später als Dirigent und Konzertveranstalter in England zu Weltruhm gelangte, war ein Sohn dieser Stadt. Ebenso wie der 1979 verstorbene große deutsche Dichter Ernst Meister. Nicht zu vergessen sind ferner Herbert Reinecker, aus dessen Feder TV-Dauerbrenner wie „Der Kommissar“ und „Derrick“ stammen, und natürlich Maler Prof. Emil Schumacher, dem weltweit bedeutendsten Vertreter des Informell. Einen besonderen Stellwert genießt auch “Musik made in Hagen”. Zu den klangvollen Aushängeschildern der Stadt zählen unter anderem Extrabreit, Grobschnitt und Nena.

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